Illustration wächst noch Schusterpalme Pflege (Aspidistra elatior): wenig Licht, Gießen, Umtopfen und Teilung
Aspidistra elatior · Asparagaceae
Die Schusterpalme (Aspidistra elatior) ist ein Horst aus langen, glänzenden, dunkelgrünen Blättern, der dunkle Flure, kühle Räume und unregelmäßiges Gießen übersteht. Ihren englischen Namen „Cast Iron Plant“ (gusseiserne Pflanze) und den Spitznamen „Bar Room Plant“ hat sie sich verdient, weil sie Bedingungen erträgt, an denen die meisten Zimmerpflanzen eingehen. Sie wächst langsam, kann aber jahrelang im selben Topf leben.
So erkennst du eine Schusterpalme
Aspidistra hat keinen sichtbaren Stängel. Jedes Blatt wächst an einem eigenen langen Stiel direkt aus fleischigen unterirdischen Rhizomen und bildet so einen aufrechten Horst. Die RHS nennt eine Höhe von etwa 60 cm, der Missouri Botanical Garden bis etwa 90 cm. Die Blattspreiten sind ledrig, glänzend und lanzettlich bis elliptisch, laut Missouri Botanical Garden bis 60 cm lang und 10 cm breit. Die NC State Extension beschreibt 16 bis 20 parallele Nerven, die längs durch das Blatt laufen.
Die Blüten sind klein, fleischig, becherförmig und bräunlich-cremefarben bis violett und sitzen direkt auf Höhe der Erde. In der Wohnung erscheinen sie selten: Laut NC State Extension braucht die Pflanze zum Blühen mehr Licht, als sie als Zimmerpflanze meist bekommt.
Kews Plants of the World Online führt Aspidistra elatior als anerkannte Art mit natürlichem Verbreitungsgebiet im Süden Japans. Manche Quellen nennen auch China, wo Kew sie als eingeführt verzeichnet. Die Pflanze gehört zu den Spargelgewächsen (Asparagaceae); ältere Quellen, darunter die ASPCA, ordnen sie noch den Liliengewächsen zu.
Licht
Sie ist eine der klassischen Zimmerpflanzen für wenig Licht. Die RHS empfiehlt wenig oder gefiltertes Licht, weit weg von direkter Sonne, die die Blätter verbrennt. Laut Missouri Botanical Garden wächst sie am besten in hellem, indirektem Licht, verträgt aber vollen Schatten.
Bei sehr wenig Licht wächst sie langsamer, und die RHS warnt, dass panaschierte Formen wieder rein grün werden können. Willst du die Streifen oder Punkte erhalten, gib diesen Sorten einen helleren Platz, der trotzdem keine direkte Sonne bekommt. Ein zugiger Platz, etwa ein Flur nahe der Haustür, ist in Ordnung.
Die RHS empfiehlt, den Topf bei jedem Gießen um eine Vierteldrehung zu drehen, damit die Pflanze gleichmäßig wächst und sich nicht zum Licht neigt.
Gießen
Gieß von Frühling bis Herbst regelmäßig. Die RHS empfiehlt, die Erde feucht, aber nie staunass zu halten, weil nasse Erde die Wurzeln faulen lässt. Im Winter gießt du etwas weniger, lässt die Erde aber nicht ganz austrocknen.
Trockenheit verträgt sie besser als die meisten Zimmerpflanzen. Die NC State Extension beschreibt sie als trockenheitsverträglich, und laut Missouri Botanical Garden kommt sie mit weniger als regelmäßigem Gießen aus. Im Zweifel ist es sicherer zu warten, bis die Oberfläche der Erde trocken ist. Mehr dazu, wie du deine Erde richtig einschätzt, liest du unter Zimmerpflanzen richtig gießen.
Substrat und Umtopfen
Weil sie langsam wächst, kann eine Schusterpalme mehrere Jahre im selben Topf bleiben. Die RHS rät, im Frühling umzutopfen, und zwar erst, wenn Wurzeln aus den Abzugslöchern kommen, und nur in einen etwas größeren Topf.
Als Substrat empfiehlt die RHS eine Mischung 50:50 aus torffreier lehmhaltiger Erde und torffreier Universalerde. Der Missouri Botanical Garden schlägt ein gut durchlässiges, torfhaltiges Substrat vor. So oder so ist Drainage wichtiger als das genaue Rezept. Setz die Pflanze in derselben Tiefe ein, in der sie vorher stand, und gieß gut an, damit sich die Erde setzt.
Luftfeuchtigkeit und Temperatur
Trotz ihres tropischen Aussehens braucht Aspidistra keine hohe Luftfeuchtigkeit. RHS und Missouri Botanical Garden sagen beide, dass normale trockene Raumluft ausreicht; Besprühen oder eine Kiesschale sind also nicht nötig.
Laut RHS fühlt sie sich zwischen 5 und 20 °C am wohlsten, ein kühler Raum ist also ideal. Im Sommer verträgt sie auch mehr Wärme und kommt mit schwankenden Temperaturen zurecht. Der Missouri Botanical Garden empfiehlt im Winter mindestens etwa 10 °C. Frosthart ist sie nicht; die RHS rät, sie unter Glas oder frostfrei zu halten. Halte sie von Wärmequellen fern.
Düngen
Die RHS empfiehlt von Frühling bis Spätsommer einmal im Monat einen Universaldünger für Zimmerpflanzen. Im Herbst und Winter düngst du nicht. Mehr Dünger macht diese langsam wachsende Pflanze kaum schneller.
Wisch die Blätter ab und zu mit einem feuchten Tuch ab. Das empfehlen sowohl die RHS als auch der Missouri Botanical Garden; laut RHS entfernt es Staub und hilft den Blättern, das wenige Licht zu nutzen, das sie bekommen.
So vermehrst du eine Schusterpalme
Aspidistra vermehrst du durch Teilung; sowohl die RHS als auch die NC State Extension nennen diese Methode. Mach es im Frühling, am besten, wenn du ohnehin umtopfst.
- Nimm die Pflanze aus dem Topf und schüttle etwas Erde ab, damit du die Rhizome siehst.
- Schneide die dicken, fleischigen Rhizome mit einem sauberen, scharfen Messer durch. Laut RHS sollte jedes Teilstück mehrere Blätter haben.
- Topf jedes Teilstück in einen eigenen Topf, nur etwas größer als der Wurzelballen, in derselben Tiefe wie zuvor.
- Gieß gut an und halte die Teilstücke schattig, ohne direkte Sonne.
- Hab Geduld. Bei einer so langsam wachsenden Pflanze kann es dauern, bis neue Blätter erscheinen.
Stängel- und Blattstecklinge funktionieren hier nicht, weil die Blätter direkt aus dem Rhizom wachsen. Einen Überblick über andere Techniken findest du unter Zimmerpflanzen vermehren.
Panaschierte Sorten
Neben der rein grünen Art gibt es viele panaschierte Sorten. Die NC State Extension nennt mehr als zehn, darunter:
- ‘Variegata’: Blätter unregelmäßig cremeweiß gestreift. Sie trägt den Award of Garden Merit der RHS.
- ‘Milky Way’: kleine weiße Punkte über das ganze Blatt.
- ‘Asahi’: hellgrüne Blätter, zu den Spitzen hin weiß überhaucht.
- ‘Hoshi-zora’: grüne Blätter mit gelben oder weißen Tupfen.
Keine dieser Quellen sagt, um welchen Panaschierungstyp es sich bei der jeweiligen Sorte handelt. Die RHS merkt aber an, dass panaschierte Blätter bei wenig Licht grün werden können; rein grüne neue Blätter sind also ein Zeichen, dass die Pflanze mehr Licht möchte.
Häufige Probleme
| Symptom | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Braune oder ausgebleichte Flecken auf den Blättern | direkte Sonne | vom Fenster weg in Schatten oder gefiltertes Licht stellen |
| Welke, weiche Blattbasen | nasse Erde, Wurzelfäule | Oberfläche vor dem Gießen abtrocknen lassen, Untersetzer leeren, bei Bedarf umtopfen |
| Panaschierte Blätter werden grün | zu wenig Licht | an einen helleren Platz ohne direkte Sonne stellen |
| Gesprenkelte, blasse Blätter, feine Gespinste | Spinnmilben | siehe Spinnmilben an Zimmerpflanzen |
| Braune Höcker auf Blättern und Stielen | Schildläuse | abwischen; starken Befall mit einem Mittel gegen Schildläuse behandeln |
| Weißer, wachsartiger Flaum auf den Blättern | Wollläuse | Pflanze reinigen und von anderen isolieren |
| Kaum neuer Austrieb | von Natur aus langsames Wachstum, sehr wenig Licht | normal; etwas mehr Licht beschleunigt sie ein wenig |
Die RHS nennt außerdem Thripse und Dickmaulrüssler als mögliche Schädlinge und bezeichnet die Pflanze als weitgehend frei von Krankheiten.
Giftigkeit
Die ASPCA führt Aspidistra elatior (Schusterpalme) als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde; damit ist sie eine gute Wahl für eine schattige Wohnung mit Haustieren. Ein Tier, das viel Pflanzenmaterial frisst, kann trotzdem eine leichte Magenverstimmung bekommen. Keine der von uns geprüften Quellen äußert sich zur Giftigkeit für Menschen; behandle sie also wie jede Zierpflanze: nicht essen und von kleinen Kindern fernhalten.
Panaschierte & bekannte Sorten
- 'Variegata' — Sorte
- 'Milky Way' — Sorte
- 'Asahi' — Sorte
- 'Hoshi-zora' — Sorte
Häufige Fragen
Kann eine Schusterpalme in einem dunklen Raum leben?
Sie kommt mit weniger Licht aus als fast jede andere Zimmerpflanze. Die RHS empfiehlt wenig oder gefiltertes Licht, und laut Missouri Botanical Garden verträgt sie vollen Schatten. An sehr dunklen Plätzen wächst sie noch langsamer, und panaschierte Formen können rein grün werden.
Warum werden die Blätter meiner Schusterpalme braun?
Die häufigste Ursache ist direkte Sonne, die die Blätter verbrennt und ausbleicht. Die andere ist nasse Erde, in der die Wurzeln faulen. Stell die Pflanze weg vom Fenster und lass die Oberfläche der Erde vor dem Gießen abtrocknen.
Wie oft sollte ich eine Schusterpalme gießen?
Gieß von Frühling bis Herbst regelmäßig, sodass die Erde feucht, aber nie staunass ist, und etwas weniger im Winter. Laut RHS und NC State Extension übersteht sie auch mal eine Trockenphase.
Ist die Schusterpalme giftig für Katzen und Hunde?
Nein. Die ASPCA führt Aspidistra elatior (Schusterpalme) als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde.
Wie vermehrt man eine Schusterpalme?
Durch Teilung im Frühling. Schneide die dicken Rhizome so durch, dass jedes Stück mehrere Blätter hat, und topf die Stücke einzeln ein. Stängel- und Blattstecklinge funktionieren nicht, weil die Pflanze keinen echten Stängel hat.
Wie schnell wächst eine Schusterpalme?
Langsam. Die RHS merkt an, dass sie mehrere Jahre im selben Topf bleiben kann, und die NC State Extension stuft ihr Wachstum als langsam ein. Wenig Licht bremst sie zusätzlich.
Quellen
- ASPCA — Cast Iron Plant (Aspidistra elatior)
- POWO (Kew) — Aspidistra elatior
- RHS — How to grow aspidistras
- RHS — Aspidistra elatior
- RHS — Aspidistra elatior 'Variegata'
- Missouri Botanical Garden — Aspidistra elatior
- NC State Extension — Aspidistra elatior
Die Pflegehinweise sind allgemein gehalten; jede Pflanze und jede Wohnung ist anders. Im Spiel ist die Pflege vereinfacht.