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Anthurium clarinervium

Anthurium clarinervium Pflege: Licht, Gießen, Luftfeuchtigkeit, Substrat und Vermehrung

Anthurium clarinervium · Araceae

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Herzförmige, samtig dunkelgrüne Blätter mit hellen, fast weißen Nerven und einer steifen Textur, die ihr im Englischen den Spitznamen „Velvet Cardboard“ (Samtkarton) eingebracht hat. Anthurium clarinervium wird wegen ihrer Blätter und nicht wegen ihrer Blüten kultiviert und gehört zu den begehrtesten Blattanthurien. Sie bleibt kleiner als die meisten Aronstabgewächse, braucht aber Wärme, feuchte Luft und ein saures, luftiges Substrat.

Was ist Anthurium clarinervium?

Anthurium clarinervium ist eine echte Art (keine Sorte) aus der Familie der Aronstabgewächse, Araceae. Laut Kews Plants of the World Online (POWO) ist sie im mexikanischen Bundesstaat Chiapas heimisch und wächst in einem saisonal trockenen tropischen Biom. Auch RHS und NParks nennen Mexiko als Herkunft.

So erkennst du sie laut RHS:

  • Blätter: herzförmig und an der Basis tief gelappt, zurückgebogen gehalten, samtig dunkelgrün mit hellgrünen bis weißlichen Nerven, etwa 13 cm lang.
  • Größe: klein, etwa 25–30 cm hoch, erreicht die volle Größe in zwei bis fünf Jahren.
  • Blüten: schmale, hellgrüne Spathen mit violett überhauchtem Kolben, das ganze Jahr über, aber nicht die Hauptattraktion.
  • Wuchsform: Die RHS beschreibt sie als epiphytisch, sie wächst also auf anderen Pflanzen statt in der Erde. Die meisten Anthurien, so die RHS, wachsen in der Natur auf Bäumen, wo sich ihre fleischigen Wurzeln an bemooster Rinde festhalten.

Anders als bei panaschierten Pflanzen ist die weiße Nervatur bei A. clarinervium ein festes Merkmal der Art und keine Panaschierung.

Lichtbedarf

Die RHS empfiehlt helles, indirektes Licht: ein Ost- oder Westfenster oder ein Südfenster, das mit einer dünnen Gardine oder einem leichten Rollo beschattet wird. Direkte Sommersonne verbrennt die Blätter, zu wenig Licht bremst das Wachstum. NParks führt sie als Halbschattenpflanze.

So gießt du Anthurium clarinervium

Anthurien sind beim Wasser wählerisch. Laut RHS:

  • Wann: gießen, wenn das Substrat fast trocken ist. Steck einen Finger hinein und prüfe die Feuchtigkeit etwa 5 cm unter der Oberfläche.
  • Womit: zimmerwarmes Regenwasser oder gefiltertes Wasser. In Gegenden mit hartem Wasser ist Leitungswasser alkalisch, was diesen säureliebenden Pflanzen schaden kann.
  • Wie viel: in der Wachstumszeit reichlich, im Winter sparsam.
  • Achtung: Zu nasses Substrat oder Staunässe führen zu Wurzelfäule.

Auch die NC State Extension empfiehlt Regenwasser oder gereinigtes Wasser. Mehr in unserem Ratgeber zum Gießen von Zimmerpflanzen.

Das beste Substrat und Umtopfen

Das Substrat muss sauer, luftig und sehr durchlässig sein und trotzdem etwas Feuchtigkeit halten. Die RHS empfiehlt:

Die NC State Extension nennt einen pH-Wert unter 6,0. Weitere Rezepte findest du in unserem Ratgeber zum Substrat für Aronstabgewächse.

Umtopfen laut RHS: Eine Pflanze kann meist ein bis zwei Jahre im ursprünglichen Topf bleiben, danach topfst du alle zwei bis drei Jahre um. Nimm nur eine Topfgröße größer, denn ein zu großer Topf bleibt zu lange nass und riskiert Wurzelfäule.

Luftfeuchtigkeit und Temperatur

Temperatur: Die RHS empfiehlt ganzjährig 18–30 °C und für A. clarinervium nie unter 18 °C. Die NC State Extension nennt 18–29 °C. Halte sie fern von Zugluft und Heizkörpern.

Luftfeuchtigkeit muss hoch sein. In trockenen, zentralbeheizten Wohnungen werden Anthurienblätter an den Rändern braun (RHS). Das hilft:

  • den Topf in einen Untersetzer über einer größeren Schale mit feuchtem Kies stellen,
  • die Blätter besprühen,
  • mehrere Pflanzen zusammenstellen,
  • sie im Badezimmer halten.

Die NC State Extension merkt an, dass viele Pflanzenfreunde Anthurien in Terrarien oder Growschränken halten. Siehe unseren Ratgeber zur Luftfeuchtigkeit für Zimmerpflanzen.

Dünger

Dünge von April bis Oktober mit Orchideendünger (RHS). Für A. clarinervium empfiehlt die RHS alle zwei Wochen. Im Winter nicht düngen.

So vermehrst du Anthurium clarinervium

Die RHS nennt Teilung, Stängelstecklinge, Rhizomstecklinge und Kindel, idealerweise im Frühling oder Sommer. So geht’s:

Teilung (am einfachsten):

  1. Nimm eine mehrtriebige Pflanze aus dem Topf.
  2. Zieh sie vorsichtig in kleinere Teile auseinander, jedes mit eigenen Wurzeln.
  3. Topf jedes Teil in ein saures, luftiges Substrat.

Stängelsteckling im Wasser:

  1. Schneide ein Stück Stängel mit Blättern und Luftwurzeln ab.
  2. Stell es an einem warmen, hellen Platz ins Wasser.
  3. Topf es ein, sobald sich Wurzeln gebildet haben.

Stängel- oder Rhizomsteckling im Anzuchtkasten:

  1. Steck ein Stück Stängel oder Rhizom in saures, torffreies Substrat.
  2. Stell es in einen geschlossenen, beheizten Anzuchtkasten bei 21 °C.
  3. Aus schlafenden Knospen wachsen neue Wurzeln und Triebe.

Trag Handschuhe, denn der Pflanzensaft reizt. Einen Überblick gibt unser Ratgeber zur Vermehrung von Zimmerpflanzen.

Pflege und Kauf

Anthurien müssen weder geschnitten noch erzogen werden; es reicht, abgestorbene Blätter und verblühte Blütenstiele an der Basis zu entfernen (RHS).

Wähle beim Kauf eine Pflanze mit makellosen Blättern ohne Welke oder Insektenschäden und halte sie auf dem Heimweg warm, denn sie ist eine Tropenpflanze (RHS). Worauf du sonst noch achten solltest, erklärt unser Ratgeber zum Kauf seltener Zimmerpflanzen.

Häufige Probleme

SymptomUrsacheLösung
Braune Blatträndertrockene LuftLuftfeuchtigkeit erhöhen: Kiesschale, Besprühen, Badezimmer
Helle, verbrannte Stellendirekte SommersonneLicht filtern oder Pflanze weiter zurückstellen
Vergilben, Welke, matschige Wurzelnzu viel Wasser, Wurzelfäuleerst gießen, wenn fast trocken; in luftigeres Substrat umtopfen
Pflanze kümmert trotz sorgfältigen Gießenshartes Wasser, alkalisches Substratauf Regenwasser oder gefiltertes Wasser umsteigen; in saures Substrat umtopfen
Geschädigte Blätter nach dem WinterKälte, Zugluftüber 18 °C halten, fern von Fenstern und Türen
Weiße, watteartige Klumpen in den BlattachselnWollläusevon Hand entfernen, behandeln
Braune Höcker an den StielenSchildläuseabkratzen und behandeln

Die RHS nennt für A. clarinervium Wollläuse und Schildläuse, die NC State Extension ergänzt für Anthurien Spinnmilben, Weiße Fliegen, Blattläuse und Thripse. Siehe unsere Ratgeber zu Wollläusen und Spinnmilben.

Ist Anthurium clarinervium giftig für Haustiere?

Die ASPCA führt Anthurium clarinervium nicht namentlich. Der nächstliegende Eintrag ist „Flamingo Flower“ (Anthurium scherzerianum), die für Hunde, Katzen und Pferde giftig ist. Der giftige Wirkstoff sind unlösliche Calciumoxalat-Kristalle. Kauen verursacht Reizungen im Maul, Schmerzen und Schwellungen von Maul, Zunge und Lippen, übermäßiges Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden.

Für Menschen stuft die NC State Extension Anthurien als gering giftig ein: Der Verzehr verursacht Speichelfluss, Schmerzen und Schwellungen im Mund sowie Erbrechen, und Kontakt kann Haut und Augen reizen. Die RHS empfiehlt, beim Umgang Handschuhe zu tragen. Halte sie außer Reichweite von Kindern und Haustieren und ruf deinen Tierarzt an, wenn du vermutest, dass dein Tier davon gefressen hat.

Häufige Fragen

Warum werden die Blätter meiner Anthurium clarinervium an den Rändern braun?

Meist wegen trockener Luft. Laut RHS werden Anthurienblätter in trockenen, zentralbeheizten Wohnungen an den Rändern braun. Eine Kiesschale, Besprühen oder ein Platz im Bad helfen.

Wie oft sollte ich Anthurium clarinervium gießen?

Erst wenn das Substrat etwa 5 cm unter der Oberfläche fast trocken ist. Nimm zimmerwarmes Regenwasser oder gefiltertes Wasser, denn hartes Leitungswasser kann Anthurien schaden.

Welche Erde ist für Anthurium clarinervium am besten?

Eine saure, luftige Mischung. Die RHS empfiehlt zwei Teile torffreie Moorbeeterde, einen Teil Perlit und einen Teil mittelgrobe Orchideenrinde.

Wie groß wird Anthurium clarinervium?

Sie bleibt klein: Die RHS nennt eine Höhe von etwa 25–30 cm und Blätter von rund 13 cm Länge. Bis zur vollen Größe braucht sie zwei bis fünf Jahre.

Ist Anthurium clarinervium giftig für Katzen und Hunde?

Ja. Die ASPCA führt Anthurien (Eintrag für Anthurium scherzerianum) wegen Calciumoxalat-Kristallen als giftig für Hunde, Katzen und Pferde.