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Gummibaum

Gummibaum Pflege (Ficus elastica): Licht, Gießen, Vermehrung und Sorten

Ficus elastica · Moraceae

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Der Gummibaum (Ficus elastica) ist ein klassischer Zimmerbaum mit großen, glänzenden, ledrigen Blättern. Er wächst kerzengerade nach oben, bleibt gern jahrelang am selben Platz und gehört zu den pflegeleichteren großen Zimmerpflanzen. Neben den dunkelgrünen Formen gibt es farbenfrohe panaschierte Sorten wie ‘Tineke’ und ‘Red Ruby’.

So erkennst du einen Gummibaum

Ficus elastica gehört zu den Maulbeergewächsen (Moraceae). Laut Kews Plants of the World Online ist er von Nepal bis in den Westen der chinesischen Provinz Yunnan und im westlichen Malesien heimisch. In der Natur ist er ein Baum, der laut Missouri Botanical Garden 15–30 m hoch werden und, ähnlich wie ein Banyan, Luftwurzeln bilden kann, aus denen zusätzliche Stämme entstehen.

In der Wohnung bleibt er meist zwischen 60 cm und 3 m. Die Blätter sind oval, steif und glänzend, laut RHS 30–45 cm lang, oft mit bronzefarbenen Unterseiten. Jedes neue Blatt entrollt sich aus einer rosa bis violetten Hülle (Nebenblatt), die abfällt, sobald sich das Blatt öffnet. Aus jeder Schnittstelle tritt ein weißer Milchsaft (Latex) aus, aus dem früher Gummi hergestellt wurde; daher der Name elastica.

Licht

Gib deinem Gummibaum helles, gefiltertes oder indirektes Licht, wie es die RHS empfiehlt. Ein paar Stunden Morgen- oder Abendsonne sind in Ordnung, besonders im Winter, doch der Missouri Botanical Garden rät, ihn vor der Nachmittagssonne zu schützen.

Panaschierte Sorten brauchen mehr Licht als rein grüne. In einer dunklen Ecke überlebt ein Gummibaum zwar, wächst aber langsam, vergeilt und kann Blätter abwerfen. Richtlinien der University of Florida nennen Lichtmangel als Ursache dafür, dass grüne Blätter abfallen.

Gießen

Von Frühling bis Spätsommer gießt du regelmäßig mit zimmerwarmem Wasser und lässt das Substrat zwischendurch leicht antrocknen. Im Winter, wenn das Wachstum nachlässt, hältst du es nur ganz leicht feucht. Prüf die oberste Schicht mit dem Finger, statt nach Plan zu gießen.

Zu viel Wasser ist der häufigste Fehler. Die NC State Extension merkt an, dass zu viel Wasser zu Blattverlust führen kann. Verwende einen Topf mit Abzugsloch und leere nach dem Gießen den Untersetzer.

Substrat und Umtopfen

Die RHS empfiehlt eine lehmhaltige Blumenerde mit Rinde für bessere Drainage. Alle paar Jahre im Frühling setzt du die Pflanze in einen nur etwas größeren Topf. Bei großen, älteren Pflanzen kannst du auf das Umtopfen verzichten und stattdessen jedes Jahr die oberste Erdschicht erneuern.

Luftfeuchtigkeit und Temperatur

Strebe mittlere bis hohe Luftfeuchtigkeit an. Eine Schale mit feuchten Kieseln oder Blähton unter dem Topf hilft, solange der Topf selbst nicht im Wasser steht. Wisch ab und zu den Staub mit einem feuchten Tuch oder Schwamm von den Blättern, wie es die NC State Extension empfiehlt.

Halte die Pflanze über 10–13 °C. Für Zimmerpflanzen halten Richtlinien der University of Florida 18–27 °C für am besten geeignet. Gummibäume mögen keine plötzlichen Temperaturschwankungen und keine Zugluft; meide also Plätze neben einer oft geöffneten Tür oder direkt über einem Heizkörper.

Dünger

Dünge von Frühling bis Spätsommer etwa einmal im Monat mit einem stickstoffbetonten Dünger, der das Blattwachstum fördert. Im Winter düngst du nicht.

Rückschnitt

Für eine buschigere Pflanze schneidest du den Haupttrieb im Spätwinter oder Frühling knapp über einem Blatt zurück. Ungeschnitten wächst ein Gummibaum zu einer hohen, schmalen Säule heran. Aus dem Schnitt tritt weißer Milchsaft aus, also trag Handschuhe: Die RHS warnt, dass er die Haut reizen oder Allergien verstärken kann.

So vermehrst du einen Gummibaum

Gummibäume lassen sich im Frühling oder Sommer aus halbreifen Stecklingen ziehen, die RHS empfiehlt dafür aber einen beheizten Anzuchtkasten. Zuverlässiger klappt es zu Hause mit Abmoosen: Dabei bilden sich Wurzeln an einem Trieb, der noch mit der Mutterpflanze verbunden ist. So geht die Methode der RHS:

  1. Wähle im Frühling einen gesunden, geraden Trieb, der ein bis zwei Jahre alt ist.
  2. Entferne auf einem etwa 30 cm langen Abschnitt Blätter und Seitentriebe.
  3. Schneide mit einem scharfen Messer einen etwa 2,5 cm langen, schrägen Schnitt durch eine Blattknospe, zur Spitze hin geneigt, sodass eine Zunge entsteht.
  4. Stopf etwas feuchtes Sphagnum-Moos unter die Zunge, damit die Wunde offen bleibt.
  5. Umwickle die Stelle mit einer 8–10 cm dicken Schicht feuchtem Sphagnum-Moos, deck sie mit Folie ab und kleb beide Enden zu. Durchsichtige Folie ist bei schnell wurzelnden Pflanzen wie Ficus in Ordnung.
  6. Wenn kräftige Wurzeln durch die Folie zu sehen sind, entfernst du sie und schneidest den Trieb knapp unterhalb der neuen Wurzeln ab.
  7. Topf ihn samt Moos ein. Versuch nicht, das Moos von den Wurzeln abzuziehen.

Laut RHS kann die Bewurzelung bis zu einem Jahr dauern. Das Abnehmen der Spitze wirkt bei der Mutterpflanze zugleich wie ein Rückschnitt, der laut Missouri Botanical Garden einen buschigeren Wuchs fördert.

Panaschierte und farbige Sorten

Die NC State Extension führt unter anderem diese Sorten:

  • ‘Tineke’: grüne Blätter mit cremefarbener oder hellgelber Panaschierung,
  • ‘Tricolor’: Blätter in Creme, Rosa und Grün,
  • ‘Variegata’: hellgrüne Blätter mit weißen oder gelben Rändern,
  • ‘Red Ruby’ (oft als ‘Ruby’ verkauft): grüne Blätter mit violetten, roten und weißen Sprenkeln, rötlich-rosa Trieben und Blattrippen,
  • ‘Belize’: grüne Blätter mit cremefarbenen, rosa und roten Akzenten.

Zu den nicht panaschierten Formen gehören ‘Robusta’, laut NC State die häufigste, ‘Decora’ mit heller Mittelrippe und die sehr dunkle ‘Burgundy’. Panaschierte Pflanzen brauchen einen helleren Platz, sonst verblasst ihr Kontrast.

Häufige Probleme

SymptomUrsacheLösung
Grüne Blätter fallen abzu viel Wasser, Kälte, Zugluft, wenig Lichterst gießen, wenn die Oberfläche trocken ist; an einen gleichmäßig warmen, helleren Platz stellen
Unterstes Blatt vergilbt und fällt abnormale Alterungnichts tun, solange der Neuaustrieb gesund aussieht
Braune, verbrannte Fleckendirekte Mittags- oder Nachmittagssonnevom Fenster abrücken oder mit einer dünnen Gardine filtern
Feine Gespinste, helle SprenkelSpinnmilbenBlätter abspülen, Luftfeuchtigkeit erhöhen, siehe Spinnmilben
Weiße, flauschige Ansammlungen in den BlattachselnWollläuseentfernen und behandeln, siehe Wollläuse
Braune Höcker an Trieben und BlattnervenSchildläuseabwischen, weiter kontrollieren
Hoher kahler Stamm, kleine Blätterzu wenig Lichthellerer Platz, im Frühling über einem Blatt zurückschneiden

Giftigkeit

Die NC State Extension kennzeichnet Ficus elastica als problematisch für Hunde, Katzen und Pferde. Die ASPCA hat keinen eigenen Eintrag für diese Art, führt aber die eng verwandte Ficus benjamina als giftig für Hunde und Katzen; als giftige Wirkstoffe nennt sie das Enzym Ficin und Psoralen (Ficusin), als Anzeichen Reizungen von Magen-Darm-Trakt und Haut. Die RHS warnt, dass der Saft von Feigen die Haut reizen kann; trag also beim Schneiden oder Vermehren Handschuhe. Halte die Pflanze außer Reichweite von Haustieren und kleinen Kindern und ruf deinen Tierarzt an, wenn ein Tier daran kaut. Siehe unsere Liste der giftigen Zimmerpflanzen für Katzen und Hunde.

Panaschierte & bekannte Sorten

  • 'Tineke' — Sorte
  • 'Tricolor' — Sorte
  • 'Variegata' — Sorte
  • 'Red Ruby' — Sorte

Häufige Fragen

Warum verliert mein Gummibaum Blätter?

Die üblichen Ursachen sind zu viel Wasser, ein plötzlicher Temperatursturz, kalte Zugluft oder zu wenig Licht. Dass ab und zu das unterste Blatt abfällt, ist normale Alterung, solange neue Blätter nachkommen.

Wie oft sollte ich einen Gummibaum gießen?

Gieß von Frühling bis Spätsommer regelmäßig und lass das Substrat zwischendurch leicht antrocknen. Im Winter hältst du es nur ganz leicht feucht. Nimm zimmerwarmes Wasser und lass den Topf nie im Wasser stehen.

Ist ein Gummibaum giftig für Katzen und Hunde?

Die NC State Extension kennzeichnet Ficus elastica als problematisch für Hunde, Katzen und Pferde. Die ASPCA hat keinen eigenen Eintrag für diese Art, führt aber die verwandte Ficus benjamina als giftig, mit Reizungen von Magen-Darm-Trakt und Haut. Der Milchsaft kann die Haut reizen.

Wie wird mein Gummibaum buschiger?

Schneide im Spätwinter oder Frühling den Haupttrieb knapp über einem Blatt zurück. Das regt meist Seitentriebe an. Trag Handschuhe, denn der weiße Milchsaft kann die Haut reizen.

Braucht ein panaschierter Gummibaum wie 'Tineke' mehr Licht?

Ja. Die RHS merkt an, dass panaschierte Feigen mehr Licht brauchen als grüne. Gib ihnen einen hellen Platz nah am Fenster, aber schütze sie vor praller Mittagssonne.