Monstera deliciosa Pflege: Licht, Gießen, warum die Blätter keine Löcher haben, Vermehrung
Monstera deliciosa · Araceae
Monstera deliciosa, das Fensterblatt, ist die klassische Statement-Zimmerpflanze: riesige, glänzende Blätter mit Löchern und Schlitzen, seilartige Luftwurzeln und schnelles Wachstum. Sie ist leicht am Leben zu halten, braucht aber Platz, etwas zum Klettern und etwas Geduld, bis sie ihre typischen geschlitzten Blätter bildet.
So erkennst du Monstera deliciosa
Die Monstera ist eine immergrüne Kletterpflanze aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Plants of the World Online von Kew nennt als natürliches Verbreitungsgebiet Mexiko (Veracruz, Oaxaca und Chiapas) bis Guatemala. In der Natur beginnt sie ihr Leben am Boden und klettert, sobald sie einen Baum erreicht. Im Zimmer wird sie meist 1,8 bis 2,4 m hoch.
Wichtige Merkmale:
- Jugendblätter sind herzförmig und geschlossen, ohne Löcher,
- Altersblätter sind groß und ledrig, mit Löchern in der Spreite und Schlitzen, die bis zum Rand reichen,
- ausgewachsene Blätter haben ein deutliches Gelenk, wo der Blattstiel auf die Spreite trifft,
- aus dem Stamm wachsen dicke, strangartige Luftwurzeln.
Die Löcher heißen Fensterungen (Fenestrationen). Die RHS schreibt, dass sie sich vermutlich entwickelt haben, um Licht zu den unteren Blättern durchzulassen. Trotz des englischen Namens „split-leaf philodendron“ ist die Monstera kein Philodendron, die beiden sind nur Verwandte aus derselben Familie.
Lichtbedarf
Gib ihr helles, indirektes Licht: ein Ost- oder Westfenster oder einen hellen Raum mit etwas Abstand zu einem Südfenster. Direkte Sommersonne verbrennt die Blätter. Bei sehr wenig Licht haben die Blätter meist weniger Löcher. Panaschierte Formen brauchen mehr Licht als grüne, ihre weißen Bereiche verbrennen aber auch leichter.
Wie oft du eine Monstera gießen solltest
Die NC State Extension empfiehlt, durchdringend zu gießen und dann das obere Viertel bis Drittel der Erde vor dem nächsten Gießen abtrocknen zu lassen. Die RHS rät, die Erde fast abtrocknen zu lassen. In der Praxis: Steck einen Finger in die Erde, und wenn sie erst weiter unten feucht ist, gießt du.
- Lass den Topf nie in einem Untersetzer voller Wasser stehen, sonst faulen die Wurzeln.
- Gieße im Winter seltener.
- Die RHS empfiehlt Regenwasser oder gefiltertes Wasser, denn hartes Leitungswasser macht die Erde nach und nach alkalischer.
Die beste Erde für Monstera und Umtopfen
Die RHS empfiehlt eine lockere, gut durchlässige, leicht saure Mischung (pH 5–6), idealerweise 1 Teil torffreie Rhododendronerde auf 2 Teile Orchideensubstrat. In schwerer, schlecht drainierender Erde faulen die Wurzeln leicht. Weitere Möglichkeiten findest du unter Substrat für Aronstabgewächse.
Eine junge Pflanze kann ein bis zwei Jahre in ihrem Anzuchttopf bleiben. Danach topfst du sie alle paar Jahre um, am besten im Frühjahr. Nimm einen Topf, der nur 3–5 cm breiter ist, aber schwer genug, um nicht umzukippen. Eine große Monstera ist kopflastig.
Moosstab und Rückschnitt
Die Monstera ist eine Kletterpflanze. Ohne Stütze wächst sie zur Seite, und die Triebe können abknicken. Gib ihr einen stabilen Stab, der mit Moos oder Kokosfaser umwickelt ist. Halte den Stab feucht, dann wachsen die Luftwurzeln hinein.
Laut RHS bildet die Pflanze größere Blätter mit mehr Löchern, sobald sie merkt, dass sie klettert. Der Missouri Botanical Garden weist darauf hin, dass man untere Luftwurzeln in der Erde bewurzeln lassen und obere an einem Stab befestigen oder einfach entfernen kann.
Wenn die Pflanze zu groß für ihren Platz wird, schneide sie im Frühjahr zurück. Die neuen Triebe tragen eine Zeit lang kleinere, weniger geschlitzte Blätter, bis sie sich wieder einpendelt.
Luftfeuchtigkeit und Temperatur
Die RHS empfiehlt ganzjährig 18–25 °C, die NC State Extension nennt einen Bereich von 16–29 °C. Halte sie von kalter Zugluft und Heizkörpern fern.
Die Monstera mag feuchte Luft. Trockene Heizungsluft färbt die Blattränder braun. Eine Kieselschale, ein Luftbefeuchter oder mehrere Pflanzen dicht beieinander helfen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Luftfeuchtigkeit für Zimmerpflanzen.
Düngen
Dünge von April bis September mit einem ausgewogenen Flüssigdünger und im Winter gar nicht. Wisch die Blätter ab und zu mit einem feuchten Tuch ab, damit sie staubfrei bleiben und das Licht gut nutzen können.
So vermehrst du eine Monstera
Die Monstera wird über Stammstecklinge oder durch Abmoosen vermehrt. Die RHS empfiehlt, Stecklinge vom Frühjahr bis zum Spätsommer zu schneiden.
Steckling im Wasser:
- Such einen Knoten am Stamm, idealerweise einen mit Luftwurzel. Aus dem Knoten wachsen neue Wurzeln und ein neuer Trieb.
- Schneide unterhalb des Knotens. Der Steckling sollte einen Knoten und mindestens ein Blatt haben.
- Stell ihn in ein Glas Wasser, hell, aber ohne direkte Sonne. Wechsle das Wasser regelmäßig.
- Sobald er ordentlich Wurzeln hat, topfst du ihn in lockere Erde (siehe oben).
Abmoosen an der Pflanze: Wickle einen Knoten in feuchtes Sphagnum-Moos und decke ihn mit Folie ab. Wenn Wurzeln das Moos durchziehen, schneidest du den Stamm darunter ab und topfst ihn ein. Der Vorteil: Der Steckling wird weiter von der Mutterpflanze versorgt, bis er Wurzeln hat.
Trag beim Schneiden Handschuhe. Eine vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung folgt unter Monstera vermehren.
Panaschierte Monstera: Thai Constellation, Albo und Variegata
- ‘Thai Constellation’: cremeweiße Sprenkel und Spritzer über das ganze Blatt. Die RHS beschreibt sie als etwas langsamer wachsend als die Art, mit enger stehenden Blättern. Der Produzent Costa Farms schreibt, dass sie vermutlich auf eine natürlich entstandene Mutation zurückgeht und überwiegend in Gewebekultur-Laboren vermehrt wird.
- ‘Albo Variegata’: leuchtend weiße Sektoren und Streifen, jedes Blatt ist anders. Neue Blätter können grün zurückschlagen oder ganz weiß austreiben.
- ‘Variegata’: cremefarben marmorierte Blätter; sie trägt den RHS Award of Garden Merit.
Die RHS merkt an, dass panaschierte Formen seltener erhältlich und meist teurer sind. Costa Farms ergänzt, dass die Panaschierung die Pflanze schwächer und langsamer macht, weil die weißen Bereiche kein Chlorophyll haben. Die zwei beliebtesten Formen vergleichen wir in Thai Constellation oder Albo, und den Rückschlag ins Grüne erklären wir unter Panaschierungsverlust (Reversion).
Häufige Probleme
| Symptom | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Kleine Blätter ohne Löcher | junge Pflanze, wenig Licht, keine Stütze | helles, indirektes Licht, Moosstab geben, Geduld haben |
| Braune, knusprige Blattränder | trockene Luft, Heizkörper in der Nähe | Luftfeuchtigkeit erhöhen, von der Wärmequelle wegstellen |
| Vergilbung, Welken, Zusammenbruch | zu viel Wasser, schlecht drainierende Erde, Wurzelfäule | abtrocknen lassen, in durchlässige Erde umtopfen, Untersetzer leeren |
| Helle, verbrannte Stellen | direkte Mittagssonne | aus der direkten Sonne nehmen |
| Pflanze kippt zur Seite, Triebe brechen | keine Stütze | an einem stabilen Stab festbinden |
| Klebrige Rückstände, weiße, flauschige Nester | Wollläuse | abwischen und isolieren; siehe Wollläuse an Zimmerpflanzen |
| Silbrige Sprenkel, feine Gespinste | Thripse oder Spinnmilben | siehe Thripse und Spinnmilben |
Ist die Monstera giftig für Haustiere?
Die ASPCA führt das Fensterblatt als giftig für Katzen und Hunde. Unlösliche Calciumoxalate verursachen starkes Brennen und Reizungen an Maul, Zunge und Lippen, Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden. Wenn dein Haustier an der Pflanze gekaut hat, wende dich an deine Tierarztpraxis.
Für Menschen stuft die NC State Extension den Schweregrad als gering ein und weist darauf hin, dass der Saft die Haut reizen kann. Nur die reife Frucht ist essbar; die RHS warnt, dass unreife Früchte giftig sein können, wobei Zimmerpflanzen nur sehr selten fruchten. Siehe giftige Zimmerpflanzen für Katzen und Hunde.
Im Spiel
Monstera deliciosa ‘Thai Constellation’ ist eine von sechs Arten in Rare Leaf Tycoon. Du vermehrst sie aus einer Mutterpflanze, und das Muster jedes Stecklings bleibt bis zum Aufdecken verborgen: grün, instabil, stabil oder selten. Das Gärtnern ist im Spiel vereinfacht, und Pflanzen sterben nie.
Panaschierte & bekannte Sorten
- 'Thai Constellation' — Gewebekultur
- 'Albo Variegata' — Chimäre
Häufige Fragen
Warum hat meine Monstera keine Löcher in den Blättern?
Junge Pflanzen bilden geschlossene Blätter, die Löcher (Fensterungen) erscheinen meist erst, wenn die Pflanze ein paar Jahre alt ist. Helles, indirektes Licht und ein Stab zum Klettern beschleunigen das. Bei sehr wenig Licht haben die Blätter meist weniger Löcher.
Wie oft sollte ich eine Monstera gießen?
Gieße durchdringend, sobald das obere Viertel bis Drittel der Erde abgetrocknet ist, und leere dann den Untersetzer. Im Winter gießt du seltener.
Soll ich die Luftwurzeln meiner Monstera abschneiden?
Musst du nicht. Untere Luftwurzeln kannst du in die Erde leiten und obere an einem Moosstab befestigen. Wenn sie stören, kannst du sie abschneiden.
Ist die Monstera giftig für Katzen und Hunde?
Ja. Die ASPCA führt das Fensterblatt wegen unlöslicher Calciumoxalate als giftig für Katzen und Hunde. Kauen verursacht Reizungen im Maul, Speicheln und manchmal Erbrechen.
Kann man eine Monstera aus einem einzelnen Blatt ziehen?
Nein. Ein Steckling braucht ein Stück Stamm mit Knoten, denn dort bilden sich neue Wurzeln und ein neuer Trieb. Ein Blatt mit nur seinem Stiel kann zwar Wurzeln bilden, wächst aber nicht zu einer neuen Pflanze heran.
Quellen
- ASPCA — Swiss Cheese Plant
- Kew POWO — Monstera deliciosa
- RHS — How to grow Swiss cheese plants
- NC State Extension — Monstera deliciosa
- Missouri Botanical Garden — Monstera deliciosa
- Costa Farms — Thai Constellation Monstera
Die Pflegehinweise sind allgemein gehalten; jede Pflanze und jede Wohnung ist anders. Im Spiel ist die Pflege vereinfacht.